Welche Versicherung zahlt bei Hochwasserschäden am Auto?

Welche Versicherung zahlt bei Hochwasserschäden am Auto?

Wur­de Ihr Auto auch beim letz­ten Hoch­was­ser beschä­digt? Dann fra­gen Sie sich jetzt sicher­lich, wel­che Ver­si­che­rung für die­sen Scha­den auf­kommt? Denn üblich ist so ein Scha­den eben nicht. Hoch­was­ser im Auto kann weit­rei­chen­de Fol­gen haben, bis hin zum wirt­schaft­li­chen Totalschaden.

Wir wer­den Ihnen in die­sem Arti­kel ver­ra­ten wel­che Ver­si­che­rung bei einem Hoch­was­ser­scha­den des Autos zahlt und wie Sie es am bes­ten schüt­zen können.

Wel­che Ver­si­che­rung zahlt bei Hoch­was­ser Schä­den am Auto? Prin­zi­pi­ell muss eine Kas­ko­ver­si­che­rung auch Schä­den durch Hoch­was­ser in einem Hoch­was­ser­ge­biet erset­zen. Die Teil­kas­ko Ver­si­che­rung über­nimmt Schä­den an par­ken­den Autos, die durch Hoch­was­ser beschä­digt wer­den. Die Voll­kas­ko bezahlt, wenn Sie bei­spiels­wei­se in einer über­schwemm­ten Stra­ße fah­ren. Bei einer Über­schwem­mung durch Stark­re­gen, kommt es ganz dar­auf an, wel­che Schuld Sie trifft.

Nun wis­sen Sie also, wel­che Ver­si­che­rung was bezah­len wür­de. Doch wir wer­den in das The­ma etwas kon­kre­ter ein­ge­hen und auch klä­ren, wie Was­ser einem Auto scha­den kann und noch viel mehr.

Hochwasserschäden am Auto und erste Hilfe fürs Fahrzeug

Natur­ka­ta­stro­phen wie Hoch­was­ser und Über­schwem­mun­gen pas­sie­ren immer häu­fi­ger, oft rich­ten die­se Schä­den in Mil­lio­nen­hö­he an. Auch Ihr Auto kann von die­sen Ereig­nis­sen nicht ver­schont blei­ben. Denn gera­de wenn es um Tief­ga­ra­gen geht, ist Hoch­was­ser nor­ma­ler­wei­se zuerst dort zu fin­den. Da kann man nur hof­fen, dass Sie ihr Auto recht­zei­tig vor dem Hoch­was­ser in Sicher­heit gebracht haben.

Wir zei­gen Ihnen jetzt, wie hoch die Hoch­was­ser­schä­den am Auto sein kön­nen und geben Ihnen in der nächs­ten Gra­fik einen klei­nen Über­blick über die Schä­den, die durch Hoch­was­ser am Auto entstehen.

Hier ein Über­blick der aus Ver­si­che­rungs­sicht teu­ers­ten Natur­ka­ta­stro­phen in Deutsch­land von 2002 bis 2018:

Lei­der sind Natur­ge­wal­ten schwer vor­her­seh­bar. Um uns vor Schä­den zu bewah­ren, bie­ten uns die Ver­si­che­run­gen den ent­spre­chen­den Schutz an. Doch wel­che Ver­si­che­rung was schützt wer­den wir in einem spä­te­ren Punkt klären.

Zuerst ein­mal soll­ten wir den Unter­schied zwi­schen Hoch­was­ser und einer Über­schwem­mung kennen:

  • Bei Hoch­was­ser wird der Zustand von Gewäs­sern genannt, bei dem der Was­ser­stand deut­lich über dem Pegel­stand des Mit­tel­was­sers liegt. Dabei muss unter­schie­det wer­den, woher das Was­ser kommt: Was­ser von unten (Gezei­ten) oder Was­ser von oben (Stark­re­gen oder Schneeschmelze).
  • Bei einer Über­schwem­mung han­delt es sich um einen Zustand, bei dem im Nor­mal­fall eine tro­cken­lie­gen­de Boden­flä­che voll­stän­dig von Was­ser bedeckt wird. Auch die­ses Ereig­nis kann durch Stark­re­gen oder ein Fluss­hoch­was­ser aus­ge­löst wer­den. Jedoch ist es bei Stark­re­gen öfter zu sehen.

Je nach Zusam­men­set­zung des Hoch­was­sers kön­nen die Aus­prä­gun­gen der Schä­den unter­schied­lich sein. Wenn das Hoch­was­ser bei­spiels­wei­se Sand, Schlamm, Öle und Abwas­ser beinhal­tet oder wenn in Küs­ten­nä­he Salz dazu kommt. All dies hat Ein­fluss auf die Tech­nik und Tei­le des Autos. Logisch ist, dass es schwe­rer wird ein Auto nach einer Über­flu­tung mit Schlamm sau­ber zu bekom­men, als wenn das der Fall mit purem Regen­was­ser wäre.

Doch dazu hier eini­ge Beispiele:

  • Was­ser bis zum Stoß­fän­ger – In die­sem Fall han­delt es sich um gerin­ge Schä­den, da das Was­ser noch nicht in den Innen­raum ein­ge­tre­ten ist. Trotz­dem soll­ten Sie das Fahr­zeug fach­män­nisch über­prü­fen las­sen, da man­che Her­stel­ler wich­ti­ge Motor­tei­le sehr tief anbrin­gen. Dies gilt vor allem bei Schlamm- und Salzwasser.
  • Was­ser über dem Tür­schwel­ler – Hier müs­sen Sie mit mit­tel bis gro­ßen zu Schä­den rech­nen. Die Werk­statt muss Kabel­bäu­me und wei­te­re Tei­le tro­cken­le­gen und prü­fen, ob sich Bei­spiels­wei­se Was­ser oder Schlamm in Ver­bren­nungs­luft-Ansaug­trakt befin­det, um einen Motor­scha­den oder ande­re Fol­ge­schä­den zu ver­mei­den. Außer­dem soll­te über­prüft wer­den, ob Was­ser in Bau­tei­len ein­ge­la­gert ist.
  • Was­ser über der Schei­ben­un­ter­kan­te – Hier kann man davon aus­ge­hen, dass die Kos­ten zur Wie­der­her­stel­lung den aktu­el­len Wert des Fahr­zeu­gen über­schrei­ten wer­den. Es wird sicher­lich Beschä­di­gun­gen der elek­tro­ni­schen Tei­le und Was­ser im Motor und im Getrie­be geben. Hier kann man von einem wirt­schaft­li­chen Total­scha­den sprechen.

Las­sen Sie in allen Fäl­len Ihr Auto von einer Werk­statt fach­ge­recht prü­fen. Ein Gut­ach­ter wird eben­falls den Scha­den bewer­ten und ent­schei­den, ob eine Repa­ra­tur noch Sinn macht. Hier ist es jedoch sehr wich­tig, dass sie kei­ne Repa­ra­tu­ren durch­füh­ren las­sen, bevor die Ver­si­che­rung die Frei­ga­be dafür erteilt hat. Ansons­ten könn­te es sein, dass Sie die Kos­ten teil­wei­se oder gar selbst tra­gen müssen.

Außer­dem wich­tig: Bil­der vom Scha­den machen! 

Was tun bei Hochwasser am Auto?

Wenn Was­ser ins Fahr­zeug ein­tritt müs­sen Sie davon aus­ge­hen, dass die­ses bereits die Elek­tro­nik oder in ande­re Fahr­zeug­tei­le ein­ge­drun­gen ist. Das Risi­ko eines Kurz­schlus­ses oder ande­ren Fol­ge­schä­den in Bau­tei­len wie Bei­spiels­wei­se dem Motor ist somit gege­ben. Even­tu­ell kann es auch Was­ser­an­samm­lun­gen geben, die im ers­ten Moment nicht ersicht­lich sind und zu einem spä­te­ren Zeit­punkt Schä­den verursachen.

Wenn Ihr Auto vom Hoch­was­ser betrof­fen ist, dann soll­ten Sie fol­gen­des tun:

  • das Auto nicht anlassen
  • bei Bedarf das Auto an einen tro­cke­nen Ort schieben/schleppen
  • die Bat­te­rie abklemmen
  • das Auto in die nächs­te Werk­statt schlep­pen lassen

Natür­lich haben wir auch Tipps, um Schä­den zu ver­mei­den:

  1. Durch­que­ren Sie kei­ne vom Hoch­was­ser betrof­fe­ne Stre­cken. Wen­den Sie am bes­ten und fah­ren Sie eine ande­re Stre­cke. Wenn ein Wen­den nicht mög­lich sein soll­te, dann stel­len Sie das Fahr­zeug am bes­ten ab und war­ten Sie, bis sich die Situa­ti­on ver­än­dert hat: das Was­ser ist abge­si­chert oder ein Wen­den ist wie­der möglich.
  2. Ver­mei­den Sie vom Hoch­was­ser gefähr­de­te Gegen­den, wenn Unwet­ter­war­nun­gen aus­ge­ge­ben wer­den. Las­sen Sie das Auto lie­ber ste­hen, benut­zen Sie öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel oder Fra­gen Sie Ihren Chef, ob Sie einen Tag Home­of­fice bean­tra­gen kön­nen, legen Sie Ihre Ter­mi­ne auf einen ande­ren Tag oder fah­ren Sie, sobald es mög­lich ist wie­der zurück.
  3. Stel­len Sie Ihr Fahr­zeug mög­lichst sicher ab, Par­ken Sie nicht auf Park­plät­zen, die sich in Fluss­nä­he befin­den, par­ken Sie wenn mög­lich in Park­häu­sern auf den obe­ren Etagen.
  4. Schüt­zen Sie Ihre Tief­ga­ra­ge gegen Stark­re­gen und Hoch­was­ser. Wir haben vie­le Mög­lich­kei­ten, wie Sie Ihre Tief­ga­ra­ge schüt­zen kön­nen. Hier der Link zum Arti­kel: https://www.hochwasserschutz-profis.de/hochwasserschutz-garageneinfahrt-sicher-gegen-hochwasser/
  5. Spe­zi­ell im Win­ter soll­ten Sie Schnee­an­samm­lun­gen in der Nähe von Gara­gen ver­mei­den. Es könn­te sich näm­lich Schmutz­was­ser in der Gara­ge sam­meln. So einen Scha­den wird von der Ver­si­che­rung nicht über­nom­men, da die­ser ver­meid­bar gewe­sen wäre.

Die Ver­si­che­rung über­prüft, ob der Scha­den, der ver­ur­sacht wur­de ver­meid­bar gewe­sen wäre. Wenn der Fah­rer Bei­spiels­wei­se bewusst in das Hoch­was­ser­ge­biet lenkt, muss die­ser mit einer Teil­schuld oder schlimms­ten­falls mit einer Ableh­nung der Kos­ten durch die Ver­si­che­rung rechnen.

Des letz­te­ren gibt es noch einen wich­ti­gen Punkt: Damit die Ver­si­che­rung sich spä­ter ein Bild von dem Scha­den und dem Hoch­was­ser machen kön­nen, soll­ten Sie Fotos von der Unfall­stel­le machen. Fol­gen­de Din­ge soll­ten auf den Bil­dern erkenn­bar sein:

  1. Stand­ort des Fahrzeuges 
  2. Umge­bung – Schä­den in der Nähe (Bsp. ande­re beschä­dig­te Fahr­zeu­ge), Spu­ren des Hoch­was­ser (Bsp. abge­spül­te Äste)
  3. Beschä­di­gun­gen des Fahr­zeu­ges – Was­ser­ein­tritt, Was­ser­ein­la­ge­run­gen, Fuss­raum, Fotos beim Öff­nen der Türe, Sitzbezüge
  4. Sicht­ba­rer Was­ser­stand am Äuße­ren des Fahrzeuges 
  5. Ver­schmut­zungs­grad des Was­sers (Bsp. Schlamm, Öl usw.)

Was bezahlt die Versicherung bei Schäden am Auto durch Hochwasser oder andere Naturkatastrophen?

Wie vor­hin erwähnt bie­ten uns Ver­si­che­run­gen Schutz, um uns vor Schä­den zu bewah­ren an. Bei einer Teil­kas­ko­ver­si­che­rung wer­den fol­gen­de Natur­ge­wal­ten abgedeckt: 

  • Scha­den am Auto durch Sturm
  • Erd­rutsch
  • Beu­len und Ris­se durch Hagel
  • Erd­sen­kung
  • Erd­be­ben
  • Lawi­nen
  • Vul­kan­aus­bruch
  • Über­schwem­mun­gen, wie schon besprochen
  • Und natür­lich auch Schä­den am Auto durch Hochwasser

Wenn Sie eine Teil­kas­ko- oder Voll­kas­ko­ver­si­che­rung abge­schlos­sen haben, kön­nen Sie einen Scha­den­er­satz bean­tra­gen. Die Selbst­be­tei­li­gung für Teil­kas­ko ist das Ein­zi­ge, was Sie selbst ent­rich­ten müssen.

Wenn Sie einen Schutz­brief bei einer Ver­si­che­rung oder einem Auto­mo­bil­club haben, dann rufen Sie die Hot­line an und las­sen Sie ein Ser­vice- oder Abschlepp­fahr­zeug kom­men. Der Schutz­brief wird dann die Abschlepp­wa­gen- oder Ber­gungs­kos­ten und auch Unfall- oder Pan­nen­hil­fe übernehmen.

In der Regel umfasst der Schutz­brief eben­falls wei­te­re Zusatz­leis­tun­gen, wie zum Bei­spiel ein Ersatz­au­to. Ver­si­che­rer der Teil­kas­ko­ver­si­che­rung über­neh­men meis­tens nur das Abschlep­pen zur nächs­ten Werk­statt. Man­che Ver­si­che­rer über­neh­men jedoch, je nach Tarif sogar die­se Kos­ten nicht. Aus die­sem Grund ist es emp­feh­lens­wert den Scha­den der Ver­si­che­rung sowie dem Schutz­brief-Anbie­ter zu melden.

Und am bes­ten, soll­ten Sie eine Voll­kas­ko-Ver­si­che­rung abschlie­ßen, wenn Sie in einem Risi­ko­ge­biet leben! 

Soll­ten Sie einen Scha­den haben, dann mel­den Sie dies umge­hend der Ver­si­che­rung.  In die­sem Fall müs­sen fol­gen­de Fra­gen geklärt werden:

  1. Ist der Scha­den versichert?
  2. Sind die Kos­ten für das Abschlep­pen versichert?
  3. Wer infor­miert den Abschleppdienst?
  4. Wel­che Werk­statt kommt in Frage?

Wenn der Scha­den über die Teil­kas­ko­ver­si­che­rung über­nom­men wird, erfolgt im Fol­ge­jahr kei­ne Rück­stu­fung. Sie müs­sen ledig­lich die Selbst­be­tei­li­gung bezahlen.

Soll­te ein Total­scha­den fest­ge­stellt wer­den, dann wird fol­gen­des bezahlt:

Wie­der­be­schaf­fungs­wert zum Zeit­punkt des Unfal­les – Rest­wert nach Unfall = Versicherungsleistung. 

Bei Hoch­was­ser­schä­den am Auto ist es also wich­tig, dass Sie sehr vor­sich­tig sind. Rufen Sie somit lie­ber ein­mal mehr bei dem Auto­mo­bil­club oder der Ver­si­che­rung bezüg­lich einer Schutz­briefleis­tung an, als teu­re Fol­ge­schä­den zu riskieren.

Weitere Fragen zu welche Versicherung zahlt bei Hochwasserschäden am Auto?

Zahlt die Ver­si­che­rung, wenn ich trotz Hoch­was­ser­war­nung das Auto nicht weg­ge­fah­ren habe? Im Nor­mal­fall kürzt die Teil­kas­ko hier Ihre Leis­tun­gen. Wenn Sie Ihr Auto in Hoch­was­ser-Gefah­ren­ge­bie­ten par­ken, soll­ten Sie Hoch­was­ser­war­nun­gen im Auge behal­ten. Wenn Sie Ihr Auto nicht recht­zei­tig weg­fah­ren, gilt dies als grob fahr­läs­si­ges Verhalten.

Was, wenn das par­ken­de Auto über­schwemmt wur­de? Über­schwem­mungs­schä­den am ste­hen­den Fahr­zeug über­nimmt die Teil­kas­ko­ver­si­che­rung. Sie zah­len nur die Selbst­be­tei­li­gung, wel­che meis­tens 150 € trägt. Ist Ihr Auto nur leicht beschä­digt, über­nimmt die Ver­si­che­rung die Kos­ten für die Reparatur.