Hochwasserschutz in Mecklenburg-Vorpommern: Diese Maßnahmen gibt es!

Hochwasserschutz in Mecklenburg-Vorpommern: Diese Maßnahmen gibt es!

Alle paar Jah­re wird Deutsch­land von schlim­men Hoch­was­ser­er­eig­nis­sen heim­ge­sucht. Hoch­was­ser ist somit nichts neu­es, trotz­dem beschäf­ti­gen sich immer noch viel zu wenig Men­schen damit und wenn es dann zu Hoch­was­ser kommt, weiß man oft­mals nicht was zu tun ist. Aus die­sem Grund haben wir beschlos­sen Sie heu­te etwas über das The­ma Hoch­was­ser­schutz in Meck­len­burg-Vor­pom­mern aufzuklären.

Haupt­säch­lich wer­den wir über ein bestimm­tes Hoch­was­ser­er­eig­nis in Meck­len­burg-Vor­pom­mern spre­chen und wel­che Maß­nah­men es gibt um sich effek­tiv zu schützen.

Wel­che Schä­den kön­nen durch Hoch­was­ser im Haus ent­ste­hen? Der am ein­fachs­ten zu behe­ben­de Scha­den ist der Finan­zi­el­le. Wenn Sie eine pas­sen­de Ver­si­che­rung abge­schlos­sen haben, zahlt die­se meis­tens den kom­plet­ten Scha­den. Außer­dem kön­nen Sie unter Umstän­den eini­ge Ihrer gelieb­ten Gegen­stän­de und Erin­ne­rungs­stü­cke verlieren.

Auf jeden Fall geht jedes Hoch­was­ser­er­eig­nis, wel­ches einen per­sön­lich betrifft mit einem hohen Maß an men­ta­ler Belas­tung und vie­len Unan­nehm­lich­kei­ten einher.

Des­halb wer­den wir in die­sem Arti­kel klä­ren wel­che Hoch­was­ser­ar­ten es gibt und wel­che Schä­den das jewei­li­ge Hoch­was­ser ver­ur­sa­chen kann.

Außer­dem klä­ren wir von wel­chem Hoch­was­ser Sie in Meck­len­burg-Vor­pom­mern beson­ders betrof­fen sein kön­nen und wel­che Hoch­was­ser­schutz­maß­nah­men Sie ergrei­fen kön­nen um Ihr Haus opti­mal vor Hoch­was­ser zu schüt­zen.

Welche Arten von Hochwasser gibt es in Mecklenburg-Vorpommern?

Grob unter­schie­den gibt es vier Arten von Hochwasser:

Fluss­hoch­was­ser – Die­se Art von Hoch­was­ser kann ent­ste­hen, wenn die Pegel­stän­de stei­gen. Dies führt ab einen gewis­sen Punkt dazu, dass die Flüs­se über die Ufer tre­ten. Wenn sich die­se so wei­ter aus­deh­nen, kann es pas­sie­ren, dass Häu­ser und Leben davon bedroht wer­den. Somit ist das Fluss­hoch­was­ser eines des gefähr­lichs­ten. Außer­dem hält es oft auch län­ger an als alle ande­ren Hoch­was­ser­ar­ten. Ein Fluss­hoch­was­ser kann meh­re­re Tage andau­ern, die Ursa­chen dafür sind vielfältig.

Sturz­flut – Bei einer Sturz­flut reg­net zu viel Was­ser vom Him­mel und es kann nicht mehr rich­tig abflie­ßen. Dies führt oft dazu, dass Kel­ler voll­lau­fen, Gara­gen über­flu­tet wer­den und Mil­li­ar­den­schä­den ent­ste­hen. Sturz­flu­ten sind zwar nicht so gefähr­lich wie Fluss­hoch­was­ser, wer­den jedoch meis­tens unterschätzt.

Sturm­flut – An Küs­ten­ge­bie­ten kann es vor­kom­men, dass der Wel­len­drang so stark wird, dass sich eine gro­ße Wel­le den Weg an Land bahnt. Somit wird inner­halb von Sekun­den eine gan­ze Stadt geflu­tet. Hier han­delt es sich zwar oft um gerin­ge­re Was­ser­stän­de, trotz­dem kön­nen die­se, gera­de wenn es sich um Salz­was­ser han­delt, schäd­lich für Gebäu­de und Gegen­stän­de sein. In der Regen haben die Städ­te und Gemein­de jedoch für die­sen Fall vor­ge­sorgt und das Risi­ko für die Bür­ger best­mög­lich minimiert.

Schnee­schmel­ze – Die­ses Phä­no­men kommt meis­tens im Früh­ling vor. Hier kommt es oft dazu, dass der Schnee abtaut und sich das Was­ser dar­aus sei­nen Weg in Dör­fer und Städ­te bahnt. Dies kann ähn­lich wie Stark­re­gen ziem­lich plötz­lich pas­sie­ren und vie­le über­ra­schen. Davon sind meis­tens Men­schen betrof­fen, die in den Ber­gen leben.

Die wich­tigs­ten Arten von Hoch­was­ser sind Fluss­hoch­was­ser und Sturz­flu­ten, sie sind für den größ­ten Teil der Schä­den in Deutsch­land ver­ant­wort­lich.

In Meck­len­burg-Vor­pom­mern kön­nen Sie natür­lich von Stark­re­gen und Sturz­flu­ten betrof­fen sein, am wahr­schein­lichs­ten wäre jedoch eine Sturm­flut. Aus die­sem Grund wer­den wir uns heu­te die­se Art von Hoch­was­ser genau­er ansehen.

Wie bereits beschrie­ben spricht man von einer Sturm­flut all­ge­mein immer dann, wenn der Mee­res­spie­gel auf­grund eines Stur­mes an den Küs­ten ansteigt. Frü­her kam es dabei meis­tens zu Schä­den in der Land­schaft und zu Todes­fäl­len bei Men­schen und Tie­ren. In Euro­pa sind die Küs­ten jedoch mitt­ler­wei­le durch Dei­che so geschützt, dass es kaum noch zu ernst­haf­ten Schä­den kommt.

An vie­len Küs­ten, die bei­spiels­wei­se an der Nord­see oder dem Atlan­tik lie­gen, wer­den Sturm­flu­ten oft durch den Ein­fluss der Tide ver­stärkt. An der deut­schen Nord­see­küs­te spricht man von einer Sturm­flut, wenn der Was­ser­stand 1,50 m höher liegt als bei mitt­le­rem Hoch­was­ser.

Sturmfluten in Mecklenburg-Vorpommern: Wie entstehen sie eigentlich?

Wenn das Hoch­was­ser 1,50 Meter bis 2,50 Meter höher als das mitt­le­re Hoch­was­ser auf­läuft, spricht man von einer leich­ten Sturm­flut. Zwi­schen 2,50 und 3,50 Meter über dem mitt­le­ren Hoch­was­ser han­delt es sich um eine schwe­re Sturm­flut und ab 3,50 Meter um eine sehr schwe­re Sturm­flut. An der Ost­see­küs­te gibt es kei­ne ech­ten Sturm­flu­ten, es kommt aber zu Sturm­hoch­was­ser, das aber genau­so gefähr­lich sein kann.

Damit es Sturm­flu­ten geben kann muss ein deut­li­cher Unter­schied zwi­schen Hoch- und Nied­rig­was­ser vor­han­den sein. Die­ser kommt vor allem durch die Anzie­hungs­kraft des Mon­des zustan­de, der sich um die Erde dreht. Zwei Mal pro Tag stellt sich Hoch­was­ser ein, dazwi­schen Nied­rig­was­ser. Bei Neu­mond wir­ken die Anzie­hungs­kräf­te von Son­ne und Mond zusam­men und das Hoch­was­ser fällt stär­ker aus. Hier spricht man von einer so genann­ten Spring­ti­de oder Spring­flut.

Damit eine Sturm­flut ent­steht, müs­sen ver­schie­de­ne Fak­to­ren zusam­men­kom­men. Ein Tief zieht bei­spiels­wei­se vom Atlan­tik nach Skan­di­na­vi­en, an der Süd­sei­te des Tiefs weht west­li­cher und auf der Rück­sei­te nord­west­li­cher Wind. Bei aus­rei­chen­dem Andau­ern­den des Sturms zu pas­sen­der Zeit wird das Was­ser gegen die Küs­te gedrückt und läuft somit höher auf. Die unter­schied­li­chen Mond­pha­sen kön­nen zusätz­lich meh­re­re Dezi­me­ter aus­ma­chen. Eine so genann­te Fern­wel­le kann eine Sturm­flut eben­falls noch erhöhen.

An der Ost­see ist gele­gent­lich mit deut­lich erhöh­ten Was­ser­stän­den zu rechen. Hier kann man jedoch nicht von Sturm­flu­ten spre­chen, da hier die Tide kaum vor­han­den ist. Der genaue Begriff dafür ist „Sturm­hoch­was­ser“. Eine all­ge­mein gül­ti­ge Defi­ni­ti­on für Hoch­was­ser gibt es an der Ost­see nicht, meis­tens spricht man hier bei Was­ser­stän­den ab 1,00 Meter über Nor­mal­null von einem leich­ten Sturm­hoch­was­ser, ab 1,50 Meter von einem schwe­ren Sturm­hoch­was­ser und bei mehr als 2,00 Meter von einem sehr schwe­ren Sturm­hoch­was­ser. Sol­che Was­ser­stän­de kom­men jedoch nur sel­ten vor.

Am 13.11.1872 gab es aller­dings ein schwe­res Hoch­was­ser mit Was­ser­stän­den von 3,00 bis 3,50 Meter über Nor­mal­null, stel­len­wei­se sogar noch dar­über. Damals kamen hun­der­te Men­schen ums Leben, gan­ze Ort­schaf­ten wur­den zer­stört und mehr als 600 Schif­fe wur­den zer­stört. An vie­len Stel­len gibt es noch heu­te Flut­mar­ken, wel­che an das Hoch­was­ser erinnern.

Die Ost­see ist ein fast abge­schlos­se­nes Bin­nen­meer, somit weist sie die Beson­der­heit des „Bade­wannen­ef­fekts“ auf. Wenn das Was­ser durch einen star­ken Wind aus einem Teil der Ost­see in einen ande­ren gedrückt wird, kann es bei plötz­li­chen Nach­las­sen des Win­des schnell zurück­schwap­pen und so zu erhöh­ten Was­ser­stän­den füh­ren. Dadurch kam es bereits zu Über­flu­tun­gen in Hafen­städ­ten, also eine Art Sturm­hoch­was­ser ohne Sturm.

Hochwasserschutz in Mecklenburg-Vorpommern – So können Sie sich schützen

Bereits im 16. und 17 Jahr­hun­dert mach­ten sich die Nord- und Ost­see­an­woh­ner Gedan­ken über den Sturm­flut-Schutz. Mit der Zeit wur­den Dei­che gebaut, die immer wie­der erhöht wer­den muss­ten. Im 20. Jahr­hun­dert wur­den sogar eini­ge Flüs­se, wie die Einer und Stör mit Sperr­wer­ken abge­schot­tet, um die Über­schwem­mung der Ein­zugs­ge­bie­te durch Sturm­fu­ten zu ver­hin­dern. An ver­schied­nen gefähr­de­ten Küs­ten­ab­schnit­ten schüt­zen eben­falls Tetra­po­den aus Beton die Küs­te.

Für die gesam­te deut­sche Küs­te an Nord- und Ost­see gibt es das Bun­des­amt für See­schiff­fahrt und Hydro­gra­phie (BSH) in Ham­burg, wel­ches direkt mit dem benach­bar­ten See­wet­ter­amt War­nun­gen vor Sturm­flu­ten her­aus­gibt. In Nie­der­sach­sen gibt es außer­dem noch den Warn­dienst des Land­be­trie­bes für Was­ser­wirt­schaft, Küs­ten- und Natur­schutz (NLWKN). Ein­zel­ne Städ­te haben zusätz­lich einen eige­nen Sturm­flut­warn­dienst ent­wi­ckelt.

Eine gute Vor­sor­ge bei Hoch­was­ser besteht aus meh­re­ren Bau­stei­nen. Es ist wich­tig, dass Sie die rich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zur rich­ti­gen Zeit bekom­men. Somit sind Infor­ma­tio­nen über die Wet­ter­la­ge wich­tig. Dafür gibt es Apps und Nach­rich­ten­diens­te. Fol­gen­de Infor­ma­ti­ons­quel­len sind die wich­tigs­ten, die Sie vor einem Hoch­was­ser beach­ten sollten:

  • Nach­rich­ten beach­ten und auf dem Lau­fen­den blei­ben: Infor­mie­ren Sie sich online oder im Fern­se­hen über die aktu­el­le Wet­ter­la­ge in Ihrem Gebiet.
  • Wet­ter­apps nutzen
  • War­napps: Sie wer­den von einer War­napp gewarnt, wann auch immer ein Aus­nah­me­zu­stand auf­tritt. Hier­un­ter fal­len auch Erd­be­ben, Stür­me und vie­les mehr. Dafür kön­nen Sie sich Kat­warn, Nina oder die Hoch­was­serzen­tra­len mit der Mei­ne Pegel App.

Außer­dem ist es wich­tig, dass Sie eine eige­ne Schutz­aus­rüs­tung bereit haben, dies ist wich­tig, egal um wel­ches Hoch­was­ser es sich han­delt. Mit Che­mi­ka­li­en oder Fäka­li­en ver­un­rei­nig­tes Was­ser ist kei­ne Sel­ten­heit. Legen Sie sich somit Ihrem Hoch­was­ser pas­sen­de Gum­mi­stie­fel oder Wat­ho­sen für den Schutz der Bei­ne zu. Für Auf­räum­ar­bei­ten soll­ten Sie sta­bi­le Hand­schu­he und even­tu­ell einen Munsd­chutz tragen.

Um finan­zi­el­le Risi­ken zu mini­mie­ren kön­nen Sie eben­falls Vor­keh­run­gen tref­fen. Dies kön­nen Sie mit der rich­ti­gen Ver­si­che­rung tun. Wenn Sie jedoch bereits von Hoch­was­ser betrof­fen waren und kein Hoch­was­ser­schutz vor­han­den oder eine pas­sen­de Ver­si­che­rung abge­schlos­sen war, dann wird es auch in Zukunft schwer sein eine Ver­si­che­rung abzu­schlie­ßen. Die ein­zi­ge Mög­lich­keit, die Ihnen hier bleibt ist mit den pas­sen­den Hoch­was­ser­schutz-Sys­te­men vor­zu­sor­gen und dann nach der pas­sen­den Ver­si­che­rung zu suchen.

Zu den Maß­nah­me gegen den Hoch­was­ser selbst zäh­len die ver­schie­de­nen Hoch­was­ser­schutz-Sys­te­me, es gibt für jede Öff­nung ein pas­sen­des Hoch­was­ser­schutz-Sys­tem.

Wenn Sie dazu Fra­gen haben und sich ger­ne bera­ten las­sen möch­ten, dann kön­nen Sie sich ein­fach tele­fo­nisch oder per E‑Mail an uns wenden. 

Wir freu­en uns von Ihnen zu hören!

Weitere Fragen zu Hochwasserschutz in Mecklenburg-Vorpommern

War­um ist Küs­ten­schutz wich­tig? Die­se Schutz­maß­nah­men sol­len nied­rig lie­gen­de, vom Men­schen genutz­te Gebie­te in Mee­res­hö­he vor Über­flu­tun­gen bei Sturm­flu­ten schüt­zen, zum ande­ren aber auch die Küs­ten selbst vor Ufer­rück­gang und Land­ver­lust.

Wie funk­tio­niert der Deich­bau? Die Dei­che schüt­zen die Häu­ser der Städ­te und Dör­fer vor dem Hoch­was­ser. Dei­che wer­den nicht nur an den Flüs­sen, son­dern auch am Meer gebaut. Der unte­re Teil, zum Was­ser hin, wird meis­tens mit Stei­nen gepflas­tert. Damit kann das Was­ser noch abflie­ßen, es reißt jedoch kein Deich­ma­te­ri­al mit.

Für Infor­ma­tio­nen zum The­ma Sturz­flut lesen Sie ger­ne die­sen Arti­kel.