Hochwasserschutz für die Tür – Teil 2

Hur­ri­kan Sturm@lunamarina / depositphotos.com

Hochwasserschutz für die Tür: 

Wie Sie Ihre Tür vor dem nächsten Hochwasser sichern und dabei noch Zeit und Geld sparen!

Teil 2

 

Worauf kommt es bei Hochwasserschutz von Türen an? 

Der nächs­te Schritt zum pas­sen­den Hoch­was­ser­schutz für Ihre Tür ist, fest­zu­stel­len, wie Ihre Tür aussieht. 

Sie wis­sen das wahr­schein­lich schon, aber nicht jedes Sys­tem funk­tio­niert gleich gut. 

Es kommt immer dar­auf an, wel­che Posi­ti­on, Brei­te, Beschaf­fen­heit und Mate­ri­al Ihre Tür hat, um her­aus­zu­fin­den, wel­ches Sys­tem zu Ihnen pas­sen könnte. 

Da Sie schon flei­ßig am Schrei­ben sind, machen Sie gera­de einen Strich unter die Aus­wer­tung von vor­hin und begin­nen Sie mit der nächsten: 

 

Posi­ti­on der Tür 

Wo befin­det sich die Tür, durch die Hoch­was­ser ins Haus eindringt? 

Mög­li­che Ant­wor­ten: Im Kel­ler, Erd­ge­schoss, im Haus, außer­halb des Hauses. 

Die Posi­ti­on der Tür ist wich­tig, weil man das Was­ser umlei­ten muss. 

Wenn Sie vor­her 50 cm Was­ser in einem 50 qm gro­ßen Kel­ler ste­hen hat­ten, müs­sen Sie die Kel­ler­tür, wahr­schein­lich in einer Höhe von 1 bis 2 m oder mehr absichern. 

Wenn der Vor­raum zum Kel­ler 10 qm hat, müs­sen Sie in die­sem Fall die gan­ze Tür abdichten! 

Bei einer innen lie­gen­den Tür ist die­se Pro­ble­ma­tik noch drin­gen­der zu beachten. 

Abhän­gig davon muss das Schutz­sys­tem even­tu­ell eini­gen Druck aus­hal­ten können. 

Dies soll­ten Sie bei Ihrer Beob­ach­tung berücksichtigen! 

Wei­ter­hin müs­sen Sie beach­ten, wohin das Was­ser nach dem Schutz flie­ßen kann. 

Staut es sich dann an einem unge­schütz­ten Kel­ler­fens­ter, haben Sie ein Problem. 

 

Schutz­wei­te der Tür

Sie haben mitt­ler­wei­le fest­ge­stellt wie hoch Sie Ihre Tür schüt­zen müs­sen, ein wei­te­rer wich­ti­ger Fak­tor ist die Schutzweite. 

Damit ist nicht die Wei­te Ihrer Tür gemeint! 

Die meis­ten Sys­te­me wer­den vor der Tür ange­bracht, auf oder vor der Türlaibung. 

Die­ses Stück Wand, wel­ches meist weni­ge Zen­ti­me­ter breit vor der Tür liegt. 

Drei blaue Holztüren@rweisswald / depositphotos.com

Mes­sen Sie also den Abstand von Wand zu Wand von den Punk­ten, die sich zur Mon­ta­ge eignet. 

Vie­le Sys­te­me sind 3–5 cm breit. Ach­ten Sie dar­auf, dass Ihre Tür­lai­bung breit genug ist. 

Am bes­ten mes­sen Sie die Brei­te der Lai­bung gleich mit aus. 

 

Beschaf­fen­heit der Türlaibung

Sie wis­sen nun wie weit das Schutz­sys­tem sein muss und wie breit Ihre Lai­bung ist. 

Drin­gend zu beach­ten sind auch Win­kel und Mate­ri­al der Laibung. 

Eine schie­fe Tür­lai­bung wer­den Sie nicht mit einem ker­zen­ge­ra­den Sys­tem dicht bekommen. 

 

Mate­ri­al

Gene­rell kann man sagen, je unebe­ner die Wand, des­to schwie­ri­ger der Hochwasserschutz. 

Aus wel­chem Mate­ri­al besteht Ihre Türlaibung? 

Alu­mi­ni­um, Beton, Zement, Stahl, Holz, Glas, Kera­mik, Kunst­stoff oder Stein. 

Alle die­se Stof­fe haben unter­schied­li­che Eigen­schaf­ten und eig­nen sich mal mehr und mal weni­ger gut für bestimm­te Hochwasserschutz-Systeme.

Ein Sys­tem, wel­ches mit Druck arbei­tet, funk­tio­niert wahr­schein­lich gut auf Mar­mor, aber nicht auf einem wei­chen Holzrahmen. 

Bei einer Klin­ker­fas­sa­de und Rau­putz muss oft noch zusätz­lich Spe­zi­al­si­li­kon ver­wen­det wer­den. Passt sich das Sys­tem an die­se Unter­grün­de an? 

Meist reicht es aus, wenn Sie vor dem Kauf prü­fen, ob das Sys­tem auf dem Mate­ri­al funktioniert. 

 

Platz

Wie oben schon beschrie­ben, wie viel Platz haben Sie vor der Tür bzw. wie breit ist die Laibung? 

Haben Sie nur 2–3 cm, kön­nen Sie vie­le Sys­te­me nicht nut­zen und müs­sen eine Alter­na­ti­ve suchen

 

Win­kel

Gera­de bei älte­ren Gebäu­den sind die Lai­bun­gen schief und schräg. 

Nut­zen Sie eine Was­ser­waa­ge um her­aus­zu­fin­den, ob Ihre Lai­bung im 90° Win­kel von Boden nach oben geht. 

Alter­na­tiv kön­nen Sie auch drei Stel­len in ver­schie­de­ner Höhe messen. 

Soll­ten mehr als 1–2 Zen­ti­me­ter Unter­schied zwi­schen der unte­ren und obe­ren Mes­sung bestehen, wer­den Sie oft nicht um eine Spe­zi­al­an­fer­ti­gung für Ihre Tür herumkommen. 

Abhän­gig von Schutz­hö­he und Wei­te kann es aber auch Alter­na­ti­ven geben

 

Sie sollten nun alles gemessen haben, was messbar ist. Eine wichtige Stelle um den passenden Hochwasserschutz für Ihre Tür zu finden, fehlt aber noch. 

 

Beschaf­fen­heit des Bodens 

Was­ser fließt immer zum tiefs­ten Punkt, des­halb müs­sen Sie beson­ders ein Augen­merk auf die Beschaf­fen­heit des Bodens wer­fen. Hier kom­men ähn­li­che Über­le­gun­gen ins Spiel wie bei der Laibung 

 

Mate­ri­al vor der Tür

Wahr­schein­lich ist der Boden aus einem ähn­li­chen oder glei­chen Mate­ri­al wie die Wände. 

Auch hier gilt, je unebe­ner der Boden, des­to schwie­ri­ger wird der Hochwasserschutz 

Eini­ge Sys­te­me ver­sa­gen kom­plett, wenn Sie bei­spiels­wei­se auf Klin­ker ver­legt werden. 

Wich­tig ist vor allem, dass kein Git­ter oder Ähn­li­ches ein­ge­las­sen ist. 

Ein Sys­tem, wel­ches hier ein­ge­setzt wird, wür­de schnell an Wir­kung ver­lie­ren, weil es unter­spült wird.

 

Platz

Mes­sen Sie auch den frei­en Platz, den Sie am Boden haben. 

Wenn Sie bei­spiels­wei­se ein Sys­tem vor oder hin­ter ein ein­ge­las­se­nes Ablauf­git­ter anbrin­gen müs­sen, ver­rin­gert sich die Ein­bau­flä­che dementsprechend. 

 

Win­kel

Wie auch an den Sei­ten müs­sen Sie mög­li­che *Schief­la­gen* am Boden erken­nen und erfassen. 

Es kommt oft vor, dass sich ein Ein­gangs­be­reich in einer leich­ten U‑Form zur Mit­te hin durchläuft. 

Abhän­gig von der Stär­ke der Abnut­zung müs­sen Sie auf fle­xi­ble, wen­di­ge Sys­te­me set­zen oder ein Sys­tem wäh­len, bei dem die Boden­dich­tung 2–3 cm Spiel zulässt. 

 

Mate­ri­al hin­ter der Tür

Nicht nur vor der Tür, son­dern auch hin­ter der Tür kann die Aus­wahl des Hoch­was­ser­schut­zes Aus­wir­kung haben. 

Wel­cher Boden ist hin­ter der Tür verlegt? 

Ist es ein Holz­bo­den, der emp­find­lich auf Was­ser reagiert oder ein Mar­mor­bo­den, der nach Was­ser an Glanz verliert? 

Abhän­gig davon, wel­ches Sys­tem Sie wäh­len, kön­nen auch die­se Fra­gen für Sie wich­tig sein. 

Eini­ge Sys­te­me sind zu 100 % was­ser­dicht, ande­re las­sen Tropf­was­ser­men­gen durch­si­ckern, wäh­rend ein paar sogar meh­re­re Liter Was­ser durch­flie­ßen lassen. 

Kurz gesagt, wenn der Boden hin­ter der Tür emp­find­lich auf Was­ser reagiert, soll­ten Sie lie­ber zu einem etwas teu­re­ren Sys­tem grei­fen, was dafür aber abso­lut was­ser­dicht ist! 

 


Nun sollten Sie einen groben Überblick über die Anforderungen haben, die Ihr Haus an Hochwasser stellt.

 

Weiter zum nächsten Schritt: Die persönlichen Anforderungen, die Sie an den Hochwasserschutz Ihrer Tür stellen! 

 

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